{"id":529,"date":"2005-01-01T21:46:58","date_gmt":"2005-01-01T20:46:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alexandra-kuba.at\/wordpress\/?p=529"},"modified":"2010-12-13T07:58:10","modified_gmt":"2010-12-13T06:58:10","slug":"vater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alexandra-kuba.at\/wordpress\/2005\/01\/01\/vater\/","title":{"rendered":"Vater"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"447\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"28\" valign=\"top\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"419\" valign=\"top\"><strong><\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"28\" valign=\"top\">\u00a0<\/td>\n<td width=\"419\" valign=\"top\">Lieber Vater,\u2028\u2028<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ich war \u201ezu Hause\u201c oder besser gesagt bin ich durchgefahren. Es war ein warmer Tag im August, die Sonne stand hoch, doch mir wurde kalt. Ich schloss die Fenster, als ich langsam die alte Strasse entlang fuhr. Sie haben die alten H\u00e4user neu verputzt und die Vorg\u00e4rten waren gepflegt, wie eine uralte Frau in einem jugendlichen Kleid. Gardinen schoben sich beiseite und alte M\u00e4nner und Frauen schauten heraus erinnerungsjung und ich sah den alten Geist des Dorfes aus ihren Augen. Der Geist, W\u00e4chter des Fluchs und er lie\u00df mich schaudern und ich ward klein und hilflos, die K\u00e4lte der Erinnerung lie\u00df diesen Augusttag verblassen. \u2028Sie haben unser altes Haus weggerissen und einen beigefarbenen Klotz draufgesetzt und Familien wohnen darin. Auch eine geschiedene Frau mit drei Kindern, kurz sah ich die Augen der Frau, sie waren traumschwanger. Doch wusste ich, dieser Boden l\u00e4sst nur totgeborene Tr\u00e4ume zu, auch nach all den Jahren. Langsam wendete ich den Wagen uneilig, den Blick nur auf die Strasse geheftet verlie\u00df ich den Ort und wurde schneller und schneller, als w\u00fcrde ich vor meiner Vergangenheit fliehen. \u2028<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vater, diese alte Zeit lastet schwer auf mir, da sie ein Teil von mir ist, der Fluch, die Ablehnung und der Selbsthass dieses Dorfes hinterlie\u00df seine Narben auf der Kinderseele. Ich wei\u00df, du konntest den Anblick deiner totgeborenen Tr\u00e4ume nicht ertragen, hast resigniert und aufgegeben und deine lebend geborenen Kinder den Schutz des Vaters entzogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es war dein Leben und somit deine Entscheidung. Und ich bin, was ich bin, durch das was war, durch den Weg bis zu diesem Brief, ich hege keinen Groll mehr gegen dich. Jeden Tag stelle ich mich dem Leben, seinen Pr\u00fcfungen, drehe meine Brust entgegen dem Sturm der versucht meines Vaters Sohn nieder zu rei\u00dfen. Und schafft er es doch und ich breche weinend zusammen ( du kennst die Wucht mit der das Leben auf einen prallt ) stehe ich auf, st\u00e4rker denn zuvor. \u2028<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vater sei stolz, ich liebe dich und dankbar, dass du mich gezeugt hast, denn f\u00fcr diese Welt kannst du nichts. St\u00e4rke w\u00e4chst, wenn man Schw\u00e4che akzeptieren lernt.\u2028Ruhe sanft. Ich denke an dich.\u2028\u2028<\/p>\n<p>Dein Sohn\u2028\u2028<\/p>\n<p>\u00a9 Jens-Uwe Papenfu\u00df_ 2005_D<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"28\" valign=\"top\">\u00a0<\/td>\n<td width=\"419\" valign=\"top\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"28\" valign=\"top\">\u00a0<\/td>\n<td width=\"419\" valign=\"top\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u00a0 Lieber Vater,\u2028\u2028 ich war \u201ezu Hause\u201c oder besser gesagt bin ich durchgefahren. Es war ein warmer Tag im August, die Sonne stand hoch, doch mir wurde kalt. 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